Zweifel I Verzweiflung I Angst I Flucht
AUFGRUND DER ZUSAMMENHÄNGENDEN THEMATIK EIN ETWAS LÄNGERER TEXT – eventuell komprimiere ich dies noch.
Ich möchte nicht, dass der Eindruck von dieser Seite entsteht, dass das Leben „so negativ“ erscheint. Es ermöglicht so viele wunderbare Erlebnisse, menschliche Beziehungen wie auch mit Tieren, dieses Naturspektrum auf dem gesamten Planeten – ob Karibik, Wüste oder Südpol, das Miteinander, ja die Liebe zu erfahren und auch, wenn alles gut geht, dass ein Teil der Menschen doch (im Vergleich zu früher) 80, 90 Jahre und mehr in dieser Präsenz agieren dürfen. Aber es ist sicher den meisten nachvollziehbar, dass das Zusammenspiel von positiv und negativ, von gut und schlecht, von richtig und falsch oder eben das „Gute“ und das „Böse“ in diesen Lebensjahren auf unterschiedliche Weise und unterschiedlicher Intensivität „mitspielt“.
Einig sind wir uns alle, dass, wenn das Leben als Begleiter „den Sonnenschein“ reichlich offeriert, dann die Begriffe des Titels das Leben eher selten beeinträchtigen. Es mag aber auch sein, dass es vielleicht eine Art ungeschriebenes „Gesetz“ gibt; dass ein Wechselspiel von gut und schlecht, richtig oder falsch als „faktisches Merkmal“ eines „Lern- oder Entwicklungsprozesses“ erforderlich erscheint.
Es läuft nicht alles „rund“
Das beginnt bereits als Baby, als Kind, weil Bedürfnisse und Interessen davon abweichen als z. B. die der Eltern, eines Elternteils. So ist es ja auch zwischen den Eltern selbst. Dann die Jugendzeit – noch schwieriger (nicht in allen Fällen). In der Kita (meins/deins), Schule, Ausbildung, Beziehung, Studium, Arbeitsplatz …. Aber auch interfamiliär bzw. mit Freunden, Bekannten, bei einer Veranstaltung, beim Einkauf (ich war vor Ihnen da …) auf der Straße … also WO nicht?
Zweifel
Wann, wodurch können Zweifel entstehen? Der Anlass dafür ist wohl, dass eine Entscheidung ansteht. Der/die eine tut sich leicht, andere schwerer mit einer Entscheidungsfindung. Wozu sage ich ja, wozu sage ich nein? Manche sagen nichts oder „egal“ oder „weiß nicht“. So gibt es auch in Gesprächen Menschen, die ihre Aussage mit einem Zusatz abschließen, z. B. „genau“. Sie „bestätigen“ sich das, was sie selbst ausgesprochen oder erklärt haben. Warum? Ebenso gibt es Menschen die eine Aussage beginnen: Wenn ich ehrlich sein soll … Hmmm. Ehrlich und sollen. Ehrlich, warum eigentlich nicht? Und „soll“ …? Geht nicht jeder Gesprächspartner davon aus, dass das Gegenüber innerhalb eines Gesprächs „ehrlich“ ist? Und wäre nicht die Logik daraus, dass dieser Mensch, der dies „vorausschickt“, im anderen Fall „unehrlich“ ist. Ist das eine Art „SELBST-Zweifel an sich?
Also eine Entscheidung treffen. Jede Entscheidung bedingt eine Konsequenz. „Ich gehe in diesen Kinofilm“. Es kann somit sein, dass dieser Film mir gefallen hat oder nicht. Damit kann „jeder leben“. „Der Film war gar nichts oder schlecht“! Also bedeutet dies – ich hätte besser etwas anderes gemacht. Ich hätte mich besser für etwas anderes „entschieden“ = Nachbetrachtung. Wir sind also wieder bei der Interpretation von gut und schlecht. Es gibt aber auch Entscheidungen, bei denen die daraus resultierende Konsequenz vollkommen unbekannt ist und deshalb „tragischer“ ausfallen könnte. Das Unbekannte möchten die Menschen ja gerne vermeiden. Sie wollen Sicherheit. Wenn sie „unterstellen“, dass das noch Unbekannte „mir“ eine Unsicherheit (wie gehe ich damit um – womit werde ich konfrontiert – kann ich mich da behaupten?) erzeugen könnte, gibt es einige, die diese Entscheidung vermeiden. Sie ziehen die Pseudo-Sicherheit vor, wissen aber auch nicht, ob das sich daraus Resultierende sie zufrieden stellt. Und das Unbekannte, das sie vielleicht sogar „erfüllen“ könnte, bleibt unbekannt. Aber eigentlich „nährt“ sich unser Leben aus Erfahrungen und somit aus dem Unbekannten. Somit eine Art Eigen-Begrenzung, Eigen-Behinderung.
Und wer oder was hat diese Entscheidung getroffen? Der Verstand (Logik/Vernunft), das Bauchgefühl, das Herz, die Seele … Oft entscheiden sich Menschen dafür, was ihnen „Vorteile“ ermöglicht. Der günstigste Preis, mehr Geld, mehr Karriere, eine Beziehung usw. auch wenn die „Begleitumstände“ eigentlich nicht „zu mir passen“.
Kann man „ohne“ Entscheidungen gleich „gut“ im Leben mitwirken? Vielleicht nicht gleich NEIN sagen. Und wie finde ich die für mich richtige Entscheidung, auch wenn die Wahl eventuell auf das „Unbekannte“ fällt? Und was spricht eigentlich dagegen, sich für das Unbekannte, das Neue vollkommen zu öffnen, da das Bisherige überwiegend immer das gleiche war/ist? Wenn ich hierbei für mich den richtigen „Entscheidungsweg“ finde, bedingen sich dann noch Zweifel? Eigentlich nicht. Es gibt Lösungen dafür.
Verzweiflung
Ist Verzweiflung die Folge von Zweifel? Was macht die Vorsilbe „Ver/ver …“ mit einem Wortstamm? Binden/verbinden I brauchen/verbrauchen I lieben/verlieben I gehen/vergehen. Interessant? „Ich bin verzweifelt„. Warum? Welche Lebenssituation – real (IST) oder gedanklich (Vorstellung) – ist es, die mir „Sorgen“ macht und „ich“ spontan weder Ausweg noch Lösung parat habe? Ich stecke fest. Es gibt weder vor noch zurück. Stillstand. Ich bin in die „Enge“ getrieben – ich muss mich dieser Situation stellen.
Wie ist es bei den Tieren? Tiere haben immer einen Fluchtweg im Blick. Um sich somit aus einer „Situation“ zu retten, wissen sie den „Rettungsweg„. Ist dieser Fluchtweg versperrt, entsteht beim Mensch Panik (Unkontrolliertheit und Angst) und beim Tier womöglich auch. Je nach Tierart gibt es trotzdem den Fluchtversuch, Aufgabe oder Angriff. Es gibt ja das Sprichwort: „Die eigene Haut retten„! Warum die Haut? Es ist wohl das vordergründig Verletzbare.
Könnte man in einer Verzweiflungsphase interpretieren, dass man die „Lösung“ noch nicht sieht? Und aktuell auch nicht weiß, wie es zu dieser Situation gekommen ist? Würden wir das menschliche Leben assoziativ mit einem Fluss vergleichen, dann erkennt man gewisse Parallelen. Irgendwo gibt es eine Quelle = Geburt. Ein Rinnsal, ein kleiner Bach, weitere Zuflüsse füllen ihn und der Bach wird zu einem Fluss, manchmal zu einem gewaltigen Strom. Auch beim Fluss gibt es immer wieder Hindernisse (beeindruckend der Grand Canyon). Das nachschiebende Wasser drückt gegen das Hindernis, findelt womöglich seitlich einen Weg, staut sich auf und fliesst dann darüber hinweg. Manchmal stürzt es in die Tiefe je nach Topografie. Das ist der natürliche Weg bis der Fluss irgendwann in einem Meer angekommen ist. Der Kreislauf ist bekannt. Wahrscheinlich macht sich der Fluss „keine Gedanken“ zu den unterschiedlichen „Hindernisse“. Wirkt der Mensch in diese Natürlichkeit ein, kann es sein, dass dieser Fluss nie zum Meer kommt. Der Mensch „reguliert“.
Darf man die Frage stellen, ob und was diese „schlimme Situation“ von mir will? Somit: Welche Veränderung ist erforderlich, dass sich wieder eine „Tür“ öffnet, der Fluss das Hinternis überwunden hat. Ist in dieser „Verzweiflungssituation“ eventuell eine ganz „elementar notwendige“ Richtungsänderung verborgen?
Nochmals die Frage: Ist es möglich, dass ich in einen Zustand finde, in dem es weder Zweifel noch Verzweiflung gibt?
Angst
Im Bereich der Verzweiflung entsteht sicher zugleich das Gefühl der Angst (was wird mit mir?). Schauen wir uns Angst einmal genauer an, können wir zwei Ausprägungen erkennen: Die Realangst (unmittelbare Gefahr) und die Angstempfindung aus der konstruierten „Zukunftsvorstellung (wenn es so WÄRE).
Was macht die Angst mit uns? Oder anders gefragt: Warum erzeugen wir uns (Zweifel/Verzweiflung) diese Angst? Und was interpretieren wir alles in eine Situation hinein, auch wenn die Situation real so noch nicht existiert? Angst = Blockade/Starre/Verkrampfung oder Hochsensibilierung (Sinne/Atmung/Muskulatur). Auch hierzu findet man ein Sprichwort: Einen „kühlen“ Kopf bewahren. Kühl … anstatt …?
Beispiel: Sehe ich ein Auto auf mich zukommen, das mich wahrscheinlich erfassen wird, „verharre“ ich und tue nichts oder ich reagiere „intuitiv“. Hier möchte ich anmerken: Die Intuition ist aus meiner Sicht großartig. Warum? Weil sie ohne „menschliche“ Einwirkung entsteht, agiert oder den Mensch „steuert“. Ich bin einmal mit dem Auto gefahren und ein Eichhörnchen wollte die Straße queren. Es gab eine Reaktion von mir – es ging gut. Ich habe mir „diese“ Reaktion angeschaut und kam zu der Erkenntnis, dass ICH daran kaum beteiligt war. Das hört sich komisch an. Was ich sicher vermeiden wollte war, dass das Eichhörnchen durch mich verletzt würde. Ich habe täglich drei im Garten. Für „Angst“ war gar keine Zeit. Die Intuition hat die Gesamtsituation blitzschnell erfasst und das Richtige eingeleitet.
Die Formen der Angst sind vielfältig: Prüfungsangst (oft unbegründet), Angst vor Jobverlust, finanzieller Verlust, Existenz, Angst um einen Menschen oder ein Tier. Angst vor einem Unfall, einer schlimmen Krankheit. Sie finden sicher genügend eigene Merkmale.
Zeit: Die Realangst ist immer unmittelbar. Die „vorausgedachte“ Angst hat noch keine Realsituaton. Da wir nicht in die Zukunft schauen können, ist es – wie so vieles – nur ein Gedankenkonstrukt. Lassen wir es weg … was ist dann? Welche Rolle spielt das Vertrauen in sich selbst dabei? Warum erzeuge ich mir (eigentlich laufend) eine KONSTRUKTION der ZUKUNFT, da ich doch jetzt, heute lebe. Ist nicht dieses HEUTE wichtiger als das was vielleicht „demnächst“ sein wird? Auch das ist unbekannt. Und wer ab und zu zurückschaut, reflektiert, kann erkennen, dass ein Teil der „Vorschau“ sich eingestellt hat und der andere nicht. Wenn eine Prüfung ansteht, lerne ich heute. Was anderes kann ich nicht tun. Je mehr Angstgedanken ist erzeuge umso weniger kann ich „fokussiert“ lernen. Was steht u. a. hinter den Angst-Konstruktionen? Versehe ich diese? Ist es Scham, Versagen, Ehrgefühl, Kritik, Ausgegrenztheit, Verletzung(seelisch), Respektverlust, Peinlichkeit usw.? Also hat es ganz direkt es mit meinem „Innersten“ zu tun. Schauen Sie es sich selbst an. Ziehen sie einen „Vorhang“ nach dem anderen Weg. Nach dem letzten finden Sie das, um was es tatsächlich geht. Und darin ist auch die Befreiung davon enthalten. Ich muss es hier verallgemeinert darstellen, im Bewusstsein, dass jeder Einzelfall seine persönliche Besonderheit besitzt. Daher bitte ich um Verständnis.
02. März 2022 Es ist ein besondere Situation entstanden. Seit dem 2. März vermittelt der Organismus mir „keinen“ Hunger. Gut, dann esse ich mal nichts – „er“ wird schon wieder kommen. Ich habe mich in keinster Weise mit einer Fastenzeit befasst. Heute ist der 12. März. Kein Hungergefühl. Gegen 9:30 Uhr esse ich täglich 2 Mandarinen und 5 Datteln. Trinke Heilkräutertees und drei Tassen Kakao mit Milch und Honig.
Wie soll ich mich „als denkender“ Mensch verhalten? Bin ich krank? Muss ich Angst haben, dass der Organismus zu Schaden kommt? Stimmt etwas nicht? Wie viele Gedanken (10, 20, 50 …) könnte ich erzeugen bzw. zulassen – und welcher davon kann überhaupt ein RICHTIGER sein? Andere Menschen „zwingen“ den Organismus zu einer Fastenzeit. Die Entscheidung geht vom Menschen aus. Bei mir hat dies autark der Organismus eingeleitet. Der Organismus weiß es besser als der Mensch. Das ist für mich eindeutig. Allerdings ist es die Übergangszeit in der Natur von Winter (Ruhephase) hin zum Frühling (Aufbruch). Somit eine Art Neuentstehung. Wir gehören auch zur Natur. Entweder bleibt es so oder es kommt – womöglich nach einer „Reinigung“ wieder zu einer Nahrungsaufnahme. Gedankenlos abwarten im Vertrauen.
Flucht
Zur Zeit müssen leider viele Menschen aus der Ukraine flüchten. Ihre Heimat und Existenz zurücklassen. Angst is permanent präsent. Ungewiss ist, wann sie zurückkehren können und was sie dort vorfinden. Verantwortlich dafür ist ein Mensch/sind Menschen. Das ist eine Extremsituation und jeder darf froh sein, nicht davon betroffen zu sein. Diese Kriege, auch in jüngster Vergangenheit in Syrien zum Beispiel – und andere Arten von Kriegen werden von Menschen erzeugt. Was ist mit diesen Menschen, die den Frieden nicht „aushalten“? Was ist mir ihrer Seele? Wie krank und verletzt ist sie und wodurch ist diese Verletzung entstanden und „wie“ muss sich diese wohl ein Leben lang in zeigen?
Aber wie oft flüchten wir selbst vor etwas? Ziehen wir die Flucht vor – weil sie vordergründig „einfacher“ und leichter ist? Ist es die gleiche Ursachen aus Verzweiflung und Angst, womöglich „gewachsen“ aus einem Zweifel? Womöglich an sich selbst.
Existiert wieder eine Realsituation, also heute, oder ist es erneut eine Zukunfts–Interpretation, ein Gedankengebilde? Vor geraumer Zeit entstand aus einem ganz anderen Zusammenhang ein Gespräch mit einer Frau. Sie schilderte ihre „Befangenheit und zugleich Gefangenheit“ innerhalb zwei Beziehungen (hintereinander) mit je einem Mann. Nach ihren Schilderungen war die erste Beziehung „unfrei und unschön“ und die aktuelle Beziehung (= Bezug zu einem anderen Menschen) trägt eher auch die negativen Vorzeichen. Sie erklärte aber auch, dass sie grundsätzlich ein offener, positiv eingestellter Mensch ist. Etwas scheint nicht zusammen zu passen. Obwohl sich dies wohl beide wünschen, vorgestellt haben.
Jeder dieser beiden Menschen INTERPRETIERT diese Lebens-Gemeinschafts-Situation nach seiner individuellen Lebensprägung. Auch die daraus begründete und Erwartungshaltung. Somit eine Hoffnung. Die Realität zeigt unmittelbar, dass sich diese Faktoren nicht eingestellt haben.
Wie könnte man das sehen, wenn man davon ausgeht, dass die meisten Menschen nicht „mit sich“ alleinsein wollen? Daher ist eine Beziehung oder Ehe ein Pflichtanteil im Leben. Und somit finden wir wieder zurück zu einer Entscheidung, einem möglichen „Vor“-Zweifel, das Erkennen einer Fehlentscheidung, zugleich einer Enttäuschung, eventuell zu einer Verzweiflung, auch mittels Angsteinflüssen und dann eventuell die Entscheidung zur Flucht. Hinaus und wohin? Auf jeden Fall das Negative verlassen mit der Hoffnung auf Glück das Postive, das Schöne, das Richtige und Gute zu finden.
>> Worum geht es jedesmal im Kern?
Der Text wurde nun doch sehr lang. Entschuldigung. Ein grobes Ziel davon war, die Zusammenhänge aufzuzeigen. Aber auch den Anstoss zu geben, mittels einer Selbstbetrachtung sich „neutral“ anzuschauen, was die eigentlichen INNERSTEN Faktoren für all dies sind. Sicher habe ich schon mehrfach dargestellt, dass aus meiner Sicht erst durch das Verstehen „seiner selbst“ eine WESENtliche Veränderung möglich ist. Ich kenne die vielen Angebote ob auf körperlicher Ebene (z. B. Yoga), Seelen-/Herz-Ebene (z. B. Meditation/Coaching) oder auf geistiger Ebene. Alles ist gut und bringt etwas. So kann ich mit diesen Angeboten eine gewisse „Zufriedenheit“ erreichen – solange ich diese Angebote wahrnehme. Aber die Konfrontationen des Lebens bleiben nicht aus. Daher geht es mir darum und dafür, dauerhaft „in Leichtigkeit“ und Zuversicht, ja sogar in Freiheit in jedem Tag präsent zu sein.
Alles andere „schädigt“ nur und das sollte niemand für sich wollen.
