"Überzeugungen" – wie verbindlich sind sie?

Sind Sie ganz sicher und eindeutig, dass Sie von ETWAS überzeugt sind? Womöglich von sich oder dem was Sie sagen, was Sie vertreten? Vielleicht notieren Sie diese „wirklichen“ Überzeugungen wiederum auf einem Blatt Papier. Wo Sie überzeugt sind, dass das richtig ist, also wirklich und wahr.

Warum das? Ja, 1 und 1 = 2. Oder anders: Ein Apfel und noch einer, oder sogar noch einer und noch mehrere … Und heute ist ganz sicher Donnerstag, weil es einen Kalender gibt. Wie wäre es wenn es keinen Kalender geben würde? Es ist doch ausreichend, dass auf den Tag die Nacht folgt und dann wieder der Tag (Helligkeit/Dunkelheit).Wir benutzen das Handy um eine WetterVORHERsage zu erhalten. Wie oft haben Sie festgestellt ob diese stimmte und wie oft nicht? Wie oft haben Sie darauf etwas geplant und es dann nicht ausgeführt? Geht es um das was Sie vorhatten oder geht es um das Wetter? Vorher bedeutet ja immer – eine Vermutung bis es dann Realität ist. Womöglich eine andere.

Das Wort Überzeugung und „überzeugen“. Darin steckt: Zeugung (Befruchtung) und Ü(ü)ber. Wortwörtlich „über einer Zeugung“ oder „über“ einem Zeugen. Was eine Zeugung ist wissen wir. Eine Zeugung ist bereits Realität. Also geht es darum, auf die Realität noch „EINS“ draufzulegen. Und: Ich kann mich selbst von etwas überzeugen (befruchten), womöglich eine andere Person, womöglich eine andere Person mich. Die Sonne scheint – ja stimmt. Überzeugen bedeutet auch, anderen Menschen „meinen Willen“, mein Wissen oder meine Anschauung „aufzudrängen“. Ich will das. Das was ich weiß und sage – ist richtig. Das wäre eher keine Befruchtung.

Woraus bedingen sich aber unsere Wirklichkeiten und wie viele besitzen wir? Also eindeutige Realitäten. „Ich habe das in der Zeitung gelesen oder im Radio gehört …“ Also von jemand anderem. Natürlich ist dies „normal“. Oder ich kenne mich in Physik aus, da es diese eine Formel oder mehr gibt. Eine Formel die ich verstehe und anwenden kann. Oder Mathematik. Oder in Biologie – also der Schmetterling kann 80 km/h fliegen. Oder als Eltern, in der Partnerschaft, im Freundeskreis, bei einer Geburtstagsfeier, am Stammtisch, im Cafe, am Arbeitsplatz usw. Jeder erlebt das regelmäßig. Ich bin darauf – also auf unser „umfassendes“ (Fremd)Wissen – bereits in einem anderen Beitrag darauf eingegangen.

Warum ich dieses Thema ausgesucht habe, lag an einem kurzen Austausch mit einem jüngeren Freund.

Ich habe ihm diese „Aussage (nicht von mir)“ geschrieben.

>  If I really could tell you who i am, then, for sure, I would know you by your true name  <

Also in deutsch: Wenn ich dir wirklich sagen könnte wer ich bin, dann würde ich dich sicher
bei deinem wahren Namen kennen.  (Zusatz von mir: >> Folgerung: Und wenn nicht?)

Warum und wie kommt jemand auf solch eine Aussage? Offensichtlich ist eine „Hinterfragung und daraus eine Unsicherheit enthalten (dass ich mir damit gar nicht so sicher bin – wenn man immer tiefer fragt und das Bekannte und Vordergründige mal zur Seite schiebt). Somit: Wer kann sicher sagen wer er ist? Das ist jedoch für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit: Ich bin Franz Wiedemann/Monika Müller und Jurist/in (oder Bäcker/Physiotherapeutin oder Malermeister/Hebamme …). Das ist wiederum verständlich, weil bei den meisten Erstbegegnungen die zweite Frage ist: und was machst du beruflich?

Es folgte auf mein Whatsapp diese Definition von diesem Freund: „Soll heißen, wenn ich dir sagen könnte wer ich bin, könnte eine Verbindung entstehen?“

Es ist seine Interpreation, womöglich Überzeugung. Und das ist vollkommen in Ordnung …, weil es individuell ganz unterschiedliche Interpretationen gibt. 

Meine Bitte an Sie: Setzten Sie sich mit dieser Aussagen auseinander – wie interpretieren Sie diese? Sie „wissen“ ja wer Sie sind! Und wenn doch nicht so genau? Ein Blatt Papier, ein Stift und schreiben Sie auf was kommt.

Negieren Sie NICHT gleich diese Aussage, nur weil Sie eine andere „Überzeugung“ haben. Diese Aussage ist daher etwas NEUES und wir sollten sie nicht mit etwas ALTEM „abschmettern. Womöglich hat der Autor dieser Aussage einen ganz anderen Einblick in diese Thematik, als wir selbst. Das könnten wir tolerieren und akzeptieren. WEIL: Wir wissen nicht alles und wissen nicht einmal wie viel. Schauen Sie nur an, was und worüber Philosophen philosophieren und wie oft ihre Basis dafür die alten Weisen aus Griechenland sind. Und was ist mit den anderen Weisen dieser Welt, die schon früher und danach gelebt haben? Wäre das ein einseitiges DENKEN oder Scheuklappendenken?

Vielleicht lesen Sie erst weiter, wenn auf ihrem Papier eine Art Analyse, eine Art Reise zurück in sich entstanden ist.

Gut. Ich vermittelte meinem Freund etwas ausführlicher meine „Interpretation“, weil ich den Autor gut kenne, d. h. seine Formulierungsweise. Das bedeutet noch nicht, dass ich dies vollkommen richtig interpretiere. Also von mir überzeugt bin, dass ich es 100 % so verstehe, was er mir damit mitteilen konnte. Sie bedeutet zugleich eine Aufgabe an mich. Jedoch können wir einen Weg nutzen, dass wir diese Sicherheit dann spüren.
Seine Antwort darauf: „Ich find das Spiel irgendwie gefährlich“. Also ein Spiel. Ist ein Spiel Realität oder nur Fantasie. „Mensch ärgere dich“ ist, wenn man es spielt, eine Realität, weil manche sich ärgern. Und diese Millionen Internetspiele – womöglich auch Realität, wenn auch künstlich erzeugt. Weil ohne Handy/Rechner existieren diese nicht.
So antwortete ich erneut darauf: Mag sein, mag nicht sein. Seine Antwort wiederum: Genau das ist das Gefährliche finde ich. Und eine Nachricht später: Es gibt definitiv zu viel Spielraum für Interpretationen.
Ende der Unterhaltung. Empfinden Sie auch, dass das gefährlich ist, sein kann? Wenn ja warum, wodurch? Es sind nur Worte und das was wir darauf machen, oft viel mehr machen.

Die Schlussaussage ist wohl sehr maßgeblich sowohl für Interpretationen wie auch Überzeugungen. Weil: Wir müssten ja nicht interpretieren, wenn wir ES tatsächlich, nachweisbar wüssten. Und wie viel wissen wir wiederum von unseren „zementierten“ Überzeugungen? Die oft zu langen, hartnäckigen Diskussionen führen und oft auch zu Streit, weil ja jeder „Recht“ haben will. „Er“ ist ja davon „überzeugt“. Jedoch wie sicher sind diese Diskutierenden, dass ihre Interpretation/Auslegung tatsächlicht stimmt? Unerschütterlich!!! Das wird sicher schwierig, wenn man dann mal „ehrlich“ analysiert.

Mit diesen richtigen oder falschen Überzeugungen bestreiten wir praktisch jeden Tag. Weil wir irgendwo „Informationen“ augeschnappt haben. Wie ehrlich ist überhaupt das Internet? Und wie ehrlich oder richtig ist das, was Sie auf dieser Website lesen? Oder bei Google oder diversen Anzeigen oder bei „Internet-Produktbewertungen (Sterne). Wie viel davon ist wirklich wahr? Können wir da so sicher sein? Oder ist „glauben“ leichter und einfacher? Und was würde geschehen, wenn ich „mir“ das Mantra auferlege, nur davon tatsächlich und sicher überzeugt bin, dass ich wirklich weiß, dass das richtig ist – am besten aus Eigenerfahrung? Von wie viel können wir tatsächlich sicher sein?

Wenn ich es nicht bin …, wie kann ich dann etwas gegenüber mir oder anderen ETWAS behaupten?
Also überzeugt dies vermitteln und Recht haben wollen. Was entsteht, wenn ich mir „ehrlich“ eingestehe, dass ich doch nicht so viel sicher weiß? Diese ganzen, oft überflüssigen „Ich-weiß-es-Diskussionen“ entfallen, weil ich es nicht sicher weiß. Auf wie viel Aufregung, Erregung, Ärger, Streit usw. kann ich dann ganz einfach verzichten – nur wenn ich mich aus solchen „wichtigen“ Unterhaltungen raushalte? Und weil es ja Realität ist. Vor allem sollte ich „mir selbst gegenüber“ so fair sein und erst intensiv recherchieren, so dass ich dann besser argumentieren kann. Sofern es MIR so WICHTIG ist, dass ich ETWAS WEISS (gegenüber anderen) und daher etwas „darstelle„. Wie viele haben Christus oder Buddha oder andere wirklich verstanden?

Kommen wir zurück zu dieser Aussage und vergleichen das, was danach gelesen wurde. Gegenfrage: Wie kann ich wissen wer ich bin, wenn ich nach bestehendem MUSTER in dieser klassischen Weise „argumentiere und diskutiere?“ Wie schon immer (Ausnahmen gibt es natürlich). Ist das nicht in gewisser Weise eine Täuschung (selbst) und Vortäuschung (gegenüber anderen)? Und warum soll ich dann wissen wer ich bin? Woraus/wodurch? Aus meinen fraglichen Interpretationen, Argumenten von irgendwoher ohne die „Quelle“ zu kennen? Fake oder Realität?

Ist die Aussage, die Frage und daraus abgeleitet die Antwort nicht wertvoll für mich als Mensch? Um daraus einen Impuls zu erhalten, MICH genauer anzuschauen? Sofern mich das interessiert oder ich GERNE so weitermache wie bisher. Weil ich ja einen Namen habe und so bin, wie ich mich „empfinde“ und andere mich wahrnehmen (was ich oft nicht weiß, nur vermute). Aber selbst die Eigenempfindung mit der Außenwahrnehmung ist nicht deckungsgleich, weil das gar nicht möglich ist. Es beginnt ja bereits mit der Eigenwahrnehmung der eigenen Stimme – a) innerliche Tonalität und b) äußerliche Tonalität. C) Die tonale Wahrnehmung durch den anderen – nur äußerlich von ihr aus betrachtet und ihrer (Person) Hörqualität (mit keinem, wenig oder viel Ohrschmalz).

Den wahren Namen des anderen kennen? Wenn ich überwiegend mein Dasein mit einer Art „Trugbildern“ und teilweisem Realwissen/Überzeugung „lebe“, dann ist meine Vorstellung von mir selbst nicht die, wie „ich“ ohne all dies wirklich bin. Und so lange ich nicht „aufgeräumt“ habe, bleibt es dabei und daher kann ich auch kaum den „wahren Namen“ des anderen erkennen?

Gegenargument: Aber so ist halt das Leben?!?!? Realität oder Vorstellung?

Daraus könnte man ableiten, dass diese Aussage des Autors „für mich“ Gold wert sein kann, wenn ich mich auf meine „reine“ Suche mache. Wenn ich erkenne, dass ich nur ganz selten oder nie, tatsächlich der/das bin, was in meiner EIGENVORSTELLUNG als Bild präsent ist und wie ich mich in der Außenwelt „darstelle“. Denn: Wäre ich es, wie viele Konflikte gäbe es dann noch?

Wenn Sie wollen: Richten Sie mal in den nächsten Tagen Ihre Wahrnehmung auf andere Menschen. Auf die die Sie kennen und einfach auf Menschen denen sie begegnen. Schauen Sie wie sie wirken, welchen Ausdruck sie haben? Und bei den Menschen die Sie „kennen“, welche Identität können Sie feststellen? Was bleibt „ÜBRIG“ wenn Sie diese Person angeschaut haben (Außer Name, Beruf …)? Welche Blicke/Augen können was ausdrücken, wenn das eigentliche ICH gar nicht da ist? Schon gar nicht das SELBST? Womöglich kommen Sie zu der Feststellung, dass da nichts oder ganz wenig wahrgenommen wird. Eher eine nichtssagende Leere. Probieren Sie es aus. Was bleibt übrig? Und was sollte ich erkennen können, wenn dieser Mensch gar nicht sich selbst lebt? Eine „Leinwand“ wie im Kino – und wenn der Film zu Ende ist? Weil es primär eine irreale Fassade ist. Ist es anders, wenn Sie bewusst ein Blüte anschauen? Kann eine Blüte etwas anderes als eine Blüte sein? Und falls ja, wer oder was würde des bestimmen bzw. beeinflussen?

Weiß ich wer ich bin? Und wenn nein, warum nicht? Und interessiert es sie, wer Sie tatsächlich sind? Es gibt ja auch das Wort EGAL.