Was sollte (will) ich bei mir "korrigieren?

Haben Sie sich diese Frage schon mal gestellt? Oder sind Sie von sich überzeugt, dass Sie „makellos“ sind? Und warum sollte ich mir überhaupt diese Frage stellen, weil ich „doch bin, wie ich bin„? Warum soll ich dies ändern? Ja so kann es sein. Somit existiert kein „ABER“ und kein „VIELLEICHT“ …

Was und wie ist der „makellose“ Zustand? Welche Prädikate beinhaltet dieser und besitze ich diese?
Oder: will ich überhaupt „makellos“ sein?

Wir schon in einem anderen Beitrag angesprochen, kommt hierzu gerne die Begrifflichkeit der Dualität, das „Dualitäts-Denken“ ins Spiel. Das eine bedingt das andere. Gut und schlecht :: richtig und falsch :: blauer Himmel und bewölkter Himmel :: Gute Stimmung und schlechte Stimmung … Beispiel: Das Gute kann nicht existieren ohne das Schlechte. Oder: der Mensch muss das „unbedingt“, das Schlechte erlebt haben um das Gute schätzen zu können. Dies ist nur ein Beispiel, wie wir Menschen geprägt sind und etwas (und zwar ziemlich viel) so einfach angenommen/übernommen habenund glauben sowie anwenden – obwohl wir uns damit meistens nicht SELBST damit auseinander gesetzt haben. Wir sagen gerne sehr schnell ja zu etwas. Oft, weil es andere auch sagen und behaupten.

Aber woraus erhält der Mensch etwas für sich und sein Leben? Es ist die EIGENERFAHRUNG. Erst wenn „mir“ etwas geschehen ist, habe ich es selbst erlebt, es ist in mir gespeichert, ich habe es womöglich gefühlt, gesehen, gespürt. ES, diese Erlebniss, hat mich berührt oder verletzt, mit Schmerz oder Gefühl. Oder gar enttäuscht – vielleicht auch von der „gedachten“ Liebe. ES GEHÖRT ZU MIR. Wir erhalten so viele Bilder und Nachrichten, nehmen diese womöglich auf, schieben sie in eine Verstandesschublade und können bedarfsgerecht darüber sprechen, oder nur aussprechen. Aber bei einem Großteil davon fehlt uns die EIGENerfahrung, das
SELBST-ERLEBTE. Darin liegt ein gewaltiger Unterschied. Etwas ist wirklich MEINS und so vieles NICHT meins. Und was davon ist jetzt wertvoll? Egal ob pure Schönheit, etwas Betörendes, ein Glücksgefühl, ein Schmerz, ein Verlust, ein Schicksal. ICH habe es unmittelbar erlebt. Ich habe diese ERFAHRUNG gemacht. ER-FAHR-UNG oder er-fahren. Ein komisches Wortgebilde. Fahren = fahren oder verfahren oder gefahren oder erfahren oder … Wir sind also bei und für dieses Erlebnis „fahren“. Wikipedia erklärt: ein „bewusstes“ Ereignis im Allgemeinen, Wahrnehmungen, praktisches Wissen und Vertrautheit, bewusste Prozesse … im weitesten Sinne beinhaltet Erfahrung ein Subjekt (Mensch), dem verschiedene „Sachen“ präsentiert werden. Es geht also in gewisser Weise um Begegnungen, ein Bezug von Mensch zu etwas. Ich habe im Urlaub etwas Besonderes erlebt, ich war im Kino und dieser Film hat mich sehr berührt, dieses Konzert war wunderbar, dieser Person kann ich vertrauen, dieses Lied liebe ich usw.

„SACHEN“ sind Gegenstände, Formen. Aber Sprache (kein Gegenstand), ein Wolkengebilde, ein Ton, ein Geruch, eine Empfindung, ein Glaube, ein Vertrauen und gar Liebe usw. kann auch ein Erlebnis und eine Erfahrung darstellen. Aber für Liebe brauche ich doch immer ein Pendant? Ja oder nein? Es ist somit eine Wirkung auf mich oder in mir. Ob Materie oder NICHT-Materie.

Zurück zu der Frage im Titel. Der allgemeine Mensch „verfolgt“ etwas in seinem Leben. Ob dies durch ihn selbst definiert und entschieden ist, durch Vergleiche (will ich auch) oder eben durch andere vorgegeben. Ich muss darauf wohl nicht näher eingehen. Der, der sich mit sich beschäftigt, an sich INTERESSE hat, hat dies schon selbst festgestellt. So gibt es im Leben ja Normen, die wir scheinbar alle „erfüllen“ sollen, weil man doch so sein soll.

Wie schon in einem anderen Themenbeitrag beispielhaft erwähnt, unterliegen wir Vorstellungen, Wünschen und Ziele. Oft begründen sich diese aus dem was wir bei anderen wahrnehmen und für andere wichtig ist. Oder was wir selbr für uns wollen. So geht es auch um Leistung, damit ich dies ermöglichen kann.

Was will ich, was würde mir gefallen und wie bekomme ich das? Ich will Karriere machen, ich will über dieses Wissen verfügen, dieses interessiert mich sehr, in diesem Beruf verdiene ich am meisten, ich will eine Eigentumswohnung oder ein Haus, ich will Ansehen und Lob, ich will reisen, ich will ins Kloster, mein Glaube ist wichtiger als alles andere, ich will eine Familie und noch mehr. Wir „ver-folgen“ also etwas, wir „folgen“ einer Vorstellung.

Was sollte (will) ich bei mir „korrigieren?
Wann das Vorgenannte dazu führen würde, dass wir in unserem Leben, unserer „Lebensgestaltung (Vorstellung) einen Idealzustand zu erhalten …, bräuchten wir dann das was wir Gewissen, Seele, Geist, Angst, Unsicherheit, Glück, Schicksal, Moral, Ethik, Gewinn, Verlust usw. nennen? Es würde somit bedeuten, dass wir Menschen immer alles richtig machen. Aber wie oft haben wir ein „ungutes Gefühl“, warum fällt mir diese Entscheidung so schwer, kann ich „ihm/ihr“ vertrauen, soll ich mir das gefallen lassen, ist diese
Investition sicher, bin ich ehrlich zu mir und anderen, ist das die „große Liebe, was macht meine Konkurrenz, kann ich mir das leisten, was, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, welche Sicherheit habe ich, was für Konsequenzen  bedingt das für mich ……. ?????????????

Gibt es etwas in mir und für mich, das ich korrigieren KÖNNTE, wenn ich wollte oder sogar durch Zwang müsste? Wahrscheinlich nicht und daher muss ich auch nichts für „mich tun“. Und wenn doch JA – was sollte sich daraus ändern, ja verbessern?  Aber viele Menschen tun etwas für sich. Sie haben Hobbys und manche wollen darin der/die Beste sein. In der Karriere will ich schnellstmöglich an die Spitze gelangen, dort bekomm ich viel Anerkennung, ich will das beste Croissant in der Stadt backen, schau, meine Pokalsammlung, ICH habe das geleistet! Ich gehe zu diesem und jenem Seminar, ich habe viele facebook-freunde und bei tiktok oder Instagram habe ich so viele Follower und bin eine/r von  4 Millionen Menschen, die diese andere, „besondere Person“ so anhimmelt, mein Vorbild …, wenn ich das erreicht habe, kann ich mir das leisten und es besitzen, nochmehr, es ist mein Eigentum, ich habe mir ETWAS bewiesen.

In all dem ist etwas enthalten. Wie würden Sie das bezeichnen – für sich? Worin haben Sie sich „entdeckt“ oder zugeordnet? In dem großen, so faszinierend-verlockendem da „DRAUSSEN“ – bei den anderen Menschen und den vielen Sachen/Dingen. Somit ist damit wohl auch ein GLAUBE oder eine Überzeung verbunden. Ich schaffe das, ich bekomme das, ich werde das. Und manche kommen dann sogar an eine Grenze oder überwinden diese. Nun, nicht jeder ist Jeff Bezos oder Elon Musk oder ein Oligarch, die dann das Rennen um die größte Yacht immer wieder von vorne beginnen.

Lassen wir diese Extreme einfach unberücksichtigt und berücksichtigen wir, dass wir doch irgendwie – je nach unseren „Mitteln“ – nach etwas streben. Vielleicht sogar in der Form, so wenig wie möglich Einsatz und so viel wie möglich „Ertrag“ in jeglich denkbarer Ausprägung.

Man könnte also „auslegen“, dass das dieses vorgenannte Spektrum der Wunsch der Seele des einzelnen Menschen ist. Immer wieder diese Steigerungen in gewisser materieller Orientierung. Und wenn ich nicht so orientiert bin? Wonach strebe ich dann? Oder strebe ich nach nichts? Und bestimme ich dies selbst? Ganz frei?

Wie ist MEINE Welt (der Vorstellungen)? Und wie viel davon bin ich das? Und wie viel davon will ich wirklich sein? So ganz ehrlich?